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Die erste Ballonfahrerin Deutschlands kam aus Freital
Freital, 28. Juli 2004. Freitaler Unternehmer haben sich 2003 zum Ziel gesetzt, die Tradition des Gasballonsportes in der Stadt Freital wieder zu beleben. Die Idee namhafter Freitaler Unternehmen, Freital wieder als Adresse des Gasballonsportes zu etablieren, reifte in den letzten zwei Jahren und wurde 2003 mit der Durchführung der 4. Wilhelmine-Reichard-Gedächtnis-Fahrt umgesetzt.
Die Wilhelmine-Reichard-Fahrt wird mit der 5. Gasballonfahrt wieder zu einem festen Ereignis in der Stadt und Freital somit neben Bitterfeld zum zweiten Anlaufpunkt für Gasballonfahrten in den neuen Bundesländern.
Wilhelmine Reichard gelang am 16. April 1811 eine Sensation, als sie als erste deutsche Frau mit einem Ballon in die Lüfte stieg und wieder sicher auf der Erde landete. Damals ist sie 23 Jahre alt und wird unterstützt von ihrem Mann, zwischen 1811 und 1820 insgesamt 17 Ballonfahrten zu unternehmen. Kenner der Luftfahrtgeschichte bezeichnen Wilhelmine Reichard als Pionierin der Luftfahrt, deren wissenschaftliche Beobachtungen und exakte Messungen viel beachtet waren. Jeder ihrer Ballonaufstiege wird sorgsam vorbereitet und sie bettet ihre Aufstiege in jeweils ein publikumwirksames "Rahmenprogramm", das ganz einfach ökonomische Gründe hat. Sie will ihren finanziellen Teil zum Bau einer chemischen Fabrik im Freitaler Ortsteil Döhlen beitragen. 1821 lässt sich ihre Familie im heutigen Freital nieder und verwirklicht den Traum von der eigenen Fabrik.
Noch heute erinnert in Freital das Wohnhaus der Familie, welches von Mathias Schütze liebevoll restauriert wurde, an die Luftpionierin. Die Freitaler Unternehmerinitiative um Bernhard Werner (Bernhard Werner Nahrungsmittel GmbH) organisiert das in Deutschland wohl einzigartige Ereignis.
Insgesamt 8 Gasballone wurden für den 30.10.2004 nach Freital eingeladen. Reizvoll am Gasballonfahren ist die Möglichkeit, länger in der Luft zu bleiben als mit Heißluftballonen und dabei große Strecken zurückzulegen. Weltweit gibt es ca. 80 Gasballone, davon 40 in Deutschland - zum Vergleich 1300 Heißluftballone sind in Deutschland registriert. Die 4. Wilhelmine-Reichard-Fahrt führte am 30.11.2003 von Freital bis nach Dahme, südlich von Berlin.
In diesem Jahr wird die Wilhelmine-Reichard-Gedächtnisfahrt als Zielfahrt um den Wilhelmine-Reichard-Gedächtnispokal ausgetragen. Der von der Sächsischen Porzellanmanufaktur gestaltete und gefertigte Porzellanpokal wird dem Sieger der Zielfahrt als Wanderpokal für 1 Jahr übergeben. Demjenigen Ballonfahrer, welcher den Pokal 3 mal hintereinander oder 5 mal in unterbrochener Reihenfolge gewinnt, gehört der Pokal endgültig. Jeder Gewinner wird auf dem Pokal eingetragen. Durch diesen Modus werden die nächsten 2 Wettbewerbe praktisch gesichert und sind mit Hilfe der Sponsoren auch in den nächsten Jahren finanziell durchführbar.
Das Ziel, eine sich wiederholende für die Stadt Freital sowie die Sponsoren werbewirksame Veranstaltung zu etablieren, wird erreicht.
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